Interkulturelle Aspekte im Geschäftsleben

Im Allgemeinen fallen die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und der Slowakei nicht sehr groß aus. Dies verleitet deutsche Geschäftsleute jedoch häufig dazu, auf lokale Begebenheiten keine Rücksicht zu nehmen, was in der Praxis eine reibungslose Kommunikation zwsichen Unternehmen beider Länder erschweren kann. Bei der Vorbereitung auf bilaterale Geschäftsgespräche sollten daher die im Folgenden dargelegten Aspekte berücksichtigt werden.

Beziehungsebene

  • Persönliche Sympathien spielen auch bei Geschäftsgesprächen und -verhandlungen eine durchaus gewichtige Rolle. Der Faktor "Mensch" ist also nicht zu unterschätzen.
  • Die Loyalität der Mitarbeiter gilt zumeist nicht dem Unternehmen selbst, sondern seinen Führungspersönlichkeiten.

Etikette

  • Small Talk: sollte nicht bereits nach den klassischen "deutschen" Themen wie Wetter & Anreise enden, dies würde als mit der "Tür ins Haus gefallen" empfunden. Auch Privates wie Urlaub, Familie oder Hobby ist im slowakischen Small Talk nicht unüblich.
  • Etikette: Titel werden ähnlich wie im Nachbarland Österreich sehr hoch gehalten. Der Herr Ingenieur (der in der Slowakei nicht nur Techniker, sondern auch Ökonom oder Betriebswirt sein kann) legt auf seinen Titel häufig mehr Wert als sein deutscher Counterpart.

Hierarchiedenken

  • Chef wird in der Regel als alleiniger Entscheidungs- und Anweisungsträger betrachtet.
  • Mitarbeiter erwarten eher autoritären als kooperativen Führungsstil.

Zeitmanagement

  • Pünktlichkeit hat nicht denselben hohen Stellenwert wie in Deutschland.
  • Zeitplanung in der Regel kurzfristig mit entsprechend hohem Grad an Improvisation. Daher können sich vereinbarte Termine und Zusagen ("wir schicken Ihnen das Angebot am x.x. zu") spontan nach hinten verschieben, ohne dass dies als Ausdruck von Desinteresse zu werten wäre.

Weiterführende Literatur


Verhandlungspraxis Slowakei

von Gerit Schulze, Germany Trade & Invest

Vergleich der Kultur- und Managementunterschiede zwischen Deutschland und der Slowakei

von Lukáš Bezák